Böse Buben aufgepasst – hier kommt Web 2.0

In den letzten Tagen konnte man on- und offline viel über „das grinsende Prügler-Trio“ , „die Schläger von Kreuzlingen“ etc. lesen. Das veröffentlichte Video der Überwachungskamera schockierte nicht nur, es erreichte eine breite Öffentlichkeit und damit wurde das Ziel auch erreicht die Übeltäter ausfindig zu machen.

Aber nicht nur im „alten“ Web schlug der Vorfall hohe Wellen, auch im neuen „zwei-nulligen“ erlangten die drei zweifelhafte Berühmtheit. Es wird gebloggt, getwittert und es werden Gruppen erstellt in den Communities.

So gibt es auf Facebook mittlerweile schon eineziemlich mitgliederstartke Gruppe:

Eine weitere Gruppe will sogar die Namen der drei herausfinden und hat damit auch schon, zumindest teilweise, Erfolg gehabt.

Wie erwähnt, der Erfolg liess nicht lange auf sich warten und so waren nach 24 Stunden im Netz die Schläger ausfindig gemacht (20min.ch).

Aufklärung wichtiger als Schutz des Täters

Im Falle von Kreuzlingen hatte Patrick Müller die Veröffentlichung des Videos angeordnet. Für den Untersuchungsrichter und Vizestatthalter des Bezirksamts Kreuzlingen ein klarer Fall: «Es lag ein Delikt von gewisser Schwere vor, die anderen Fahndungsmethoden waren ausgeschöpft, und die Verhältnismässigkeit war gegeben», sagt Müller. Das Interesse an einer Aufklärung sei höher zu gewichten als der Schutz der Persönlichkeit des Täters. «Bei solchen Gewaltdelikten ist es Aufgabe der Untersuchungsbehörden, alles zu unternehmen, um die Täter der Strafverfolgung zuzuführen.» (Quelle: 20min.ch)

Meines Erachtens IST die Aufklärung wichtig, ABER wie wir ja wissen vergisst das Internet nicht so schnell. Nur schon der Fakt, dass die Täter nun von Facebook-Usern enttartn und deren Namen nun öffentlich gemacht werden nimmt schon Züge einer Hetzjagt an und glorifiziert die Lynchjustiz.

Also hat auch diese Münze zwei Seiten und die Geschichte wird sicher noch weiter gehen.

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich gebe Dir im Grundsatz recht, doch vielleicht hilft gerade der „Online-Pranger“ die Gewalt zu reduzieren. „wer nichts böses tut muss Web 2.0 nicht fürchten“

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