Kategorie: How-To

  • Mini Sandro: Wie ich mit ChatGPT mein eigenes Pet erstellt habe

    Mini Sandro: Wie ich mit ChatGPT mein eigenes Pet erstellt habe

    Ein kleiner Begleiter mit dunklen Haaren, Vollbart und orangem Pullover: Das ist Mini Sandro. Ich habe ihn mit ChatGPT erstellt und als mein Pet aktiviert. Bis dahin gab es allerdings einen kleinen Umweg über eine Roboter-Eule. Und eine Frisur, die plötzlich auf der falschen Seite sass. Na ja, auch ein digitales Ich braucht offenbar etwas Styling. 🙂

    Mach mir einen Begleiter, der zu mir passt

    Vor ein paar Tagen habe ich in ChatGPT den Pets-Workflow gestartet. Mein Auftrag war zunächst ziemlich offen:

    Erstelle und aktiviere ein Pet auf Basis dessen, was du über mich weisst.

    Mit «Pet» meine ich hier einen kleinen animierten Bildschirmbegleiter in ChatGPT Work. In meinem Fall sollte daraus schliesslich eine Mini-Version von mir werden. Ein Avatar, den man gewissermassen digital gassi führen kann. Der Begleiter zeigt mir auch ausserhalb des Chatfensters, ob ChatGPT noch arbeitet oder meine Aufmerksamkeit braucht.

    ChatGPTs erste Interpretation war allerdings eine andere: Pico, eine kleine türkisfarbene Roboter-Eule. Gemäss ChatGPT «neugierig, konzentriert und ein bisschen verspielt». Inspiriert von meinem Interesse an KI-Tools und Arbeitsabläufen. Der Assistent sagte dabei auch offen, dass er nur begrenzten persönlichen Kontext hatte.

    Eine Eule also. Ein mehr oder weniger nachvollziehbarer Vorschlag, aber ich hatte inzwischen eine konkretere Vorlage im Kopf.

    Vier Originalposen von Mini Sandro
    Vier Posen aus den Originalanimationen.

    Vom Roboter zur Mini-Version von mir

    In meinem persönlichen Design System hatte ich bereits Farben, Schriften etc. und mein Memoji als visuelle Referenz beschrieben. Deshalb fragte ich ChatGPT, ob es sich designtechnisch daran orientieren könne.

    Das war der entscheidende Schritt. Aus dem abstrakten «mach etwas, das zu mir passt» wurde eine klare Richtung: dunkle, seitlich geschwungene Haare, Vollbart, markanter Schnurrbart und ein freundliches Gesicht. Dazu ein orangefarbener Pullover im Suva Markenorange #ff8200, eine dunkle Hose und dunkle Schuhe.

    So wurde aus Pico Mini Sandro. Die Eulenidee wurde vor der Aktivierung durch die Memoji-Figur ersetzt.

    Das finde ich an diesem Prozess interessant: ChatGPT kann einen ersten Vorschlag machen. Persönlich wird das Ergebnis aber durch meine Referenz und meine Rückmeldung. «Du kennst mich doch» ist halt weniger präzise als «orientiere dich an diesem Memoji».

    Ein hübsches Bild ist erst der Anfang

    Die Grundfigur stand. Jetzt musste Mini Sandro auch etwas können: blinzeln, winken, laufen, springen und auf unterschiedliche Situationen reagieren.

    Der Workflow erstellte dafür einzelne Posen und setzte sie zu Animationsfolgen zusammen. Am Ende hatte mein Pet neun Animationszustände und 16 Blickrichtungen. Bei den Blickrichtungen bewegen sich Kopf und Augen, während der Körper stehen bleibt.

    Im Hintergrund steckt ein sogenanntes Sprite-Sheet: eine Bildtafel mit den einzelnen Frames. Werden diese nacheinander abgespielt, wirkt die Figur lebendig. Ich musste diese Frames nicht von Hand zeichnen. ChatGPT übernahm die Bildgenerierung und die Verarbeitung im Pets-Workflow.

    Die eigentliche Herausforderung war dabei die Konsistenz. Mini Sandro sollte in jeder Pose dieselbe Figur bleiben. Gleiche Haare, gleicher Bart, gleiche Kleidung. Und beim Springen bitte nicht plötzlich ein anderer Sandro werden.

    Die Sache mit der gespiegelten Frisur

    Genau hier wurde es etwas knifflig. In einer linken Laufpose war die Frisur zunächst gespiegelt. Bei einer Figur mit seitlich geschwungenen Haaren fällt das auf: Die Bewegung stimmt vielleicht, aber das Gesicht wirkt plötzlich anders.

    Das wurde im Verlauf korrigiert. Für die Bewegung nach links entstanden eigene Posen, damit die asymmetrische Frisur erhalten blieb.

    Auch Grösse, Bodenposition und Übergänge zwischen den Blickrichtungen wurden geprüft. Neben technischen Prüfungen gab es eine separate visuelle Kontrolle der Blickrichtungen. Der Assistent meldete am Schluss, dass alle Prüfungen bestanden waren, und bestätigte anschliessend die Erstellung und Aktivierung.

    Mein letzter gestalterischer Kommentar dazu war übrigens ziemlich kurz: «mach weiter so». Manchmal reicht das dann auch. 😉

    "Mini
    Mini Sandro bewegt Kopf und Augen in verschiedene Blickrichtungen. Legende: Die 16 Blickrichtungen in der ursprünglichen Vorschau.

    ChatGPT arbeitet, ich mache weiter – Mini Sandro hält mich auf dem Laufenden

    Ein Pet löst dabei ein ganz praktisches Problem: Wenn ChatGPT länger an einer Aufgabe arbeitet und ich währenddessen in einer anderen App weitermache, möchte ich nicht ständig zum Chat zurückwechseln, um den Stand zu prüfen. In der Desktop-App bleibt der kleine Begleiter über anderen Fenstern sichtbar und zeigt an, ob ChatGPT noch arbeitet, meine Eingabe braucht, fertig ist oder auf einen Fehler gestossen ist. Über die zugehörigen Bedienelemente kann ich ausserdem direkt einen neuen Chat starten. So lässt sich die Arbeit von ChatGPT im Blick behalten, während ich mich anderen Dingen widme. Die Funktionen erklärt OpenAI in der Dokumentation zu Pets.

    Was ich aus dem Experiment mitnehme

    Für mich zeigt dieses kleine Projekt sehr schön, wie ein kreativer Dialog mit KI funktionieren kann. Ich starte mit einer Idee, schaue mir den Vorschlag an und gebe eine konkretere Richtung vor. Danach geht es um Details und Korrekturen.

    Die wichtigste Zutat war die visuelle Referenz. Das Memoji machte aus einer allgemeinen Idee einen wiedererkennbaren Begleiter. Und der Verlauf zeigt, dass man das Ergebnis trotzdem genau anschauen sollte. Eine gespiegelte Frisur ist kein Drama, aber eben ein Detail, das zur eigenen Figur gehört.

    Ob so ein Pet die Arbeit produktiver macht? Das habe ich damit nicht gemessen. Für mich war es erst einmal ein kreatives Experiment: Aus einer vorhandenen visuellen Identität wurde ein animierter Begleiter, den ich in ChatGPT verwenden kann.

    Ein kleines Stück «Living the Digital Life» also. Dieses Mal im orangenen Pullover.

    Wie würde euer eigenes Pet aussehen: als Mini-Version von euch, als Tier oder als komplett erfundene Figur?

    Originalanimationen von Mini Sandro
    Originalvorschau der Animationszustände.
  • Zweites Leben für meinen iMac 5K: ein Sonntagsprojekt mit Retina Reborn

    Zweites Leben für meinen iMac 5K: ein Sonntagsprojekt mit Retina Reborn

    Mein iMac 5K (Late 2014) hat einen neuen Job: Er ist jetzt ein externer Bildschirm. Das schöne Display und das vertraute Gehäuse bleiben, im Inneren hat sich dafür einiges verändert. Möglich macht das ein DIY-Umbau-Set von Retina Reborn. Und ja, ich habe den Umbau selbst gemacht. Als jemand, der handwerklich eher zur Kategorie Laie gehört. 🙂

    Ein guter Bildschirm verdient ein zweites Leben

    Geschlossener iMac mit der Verpackung des Umbau-Sets auf dem Tisch.
    Bereit für das Sonntagsprojekt: iMac und Umbau-Set.

    Was mich an der Idee besonders gefällt: Ich kann das Display meines iMac weiterverwenden. Aus dem All-in-One-Computer wird mit neuer Elektronik ein eigenständiger Monitor für einen anderen Rechner. Auf meinem Schreibtisch steht er nun neben dem MacBook und übernimmt genau diese Aufgabe.

    Retina Reborn bietet dafür ein DIY-Set inklusive Zugang zur Anleitung an. Wer sich den Umbau nicht selbst zutraut, kann laut Anbieterwebsite auch einen Umbau-Service nutzen oder ein fertig umgebautes Display kaufen. Ich habe mich für die Variante zum Selbermachen entschieden.

    Etwas Respekt war schon dabei

    Einen iMac zu öffnen, gehört nun wirklich nicht zu meinen üblichen Sonntagsbeschäftigungen. Entsprechend hatte ich etwas Respekt vor dem Projekt. Schliesslich sollte am Ende wieder ein funktionierender Bildschirm auf dem Tisch stehen.

    Mit der sehr guten Anleitung hat der Umbau aber problemlos geklappt. Schritt für Schritt wurde aus dem Vorhaben ein überschaubares Sonntagsprojekt. Gerade als Laie war die verständliche Anleitung für mich entscheidend.

    Die Fotos zeigen die Verwandlung ziemlich schön: zuerst der noch geschlossene iMac mit dem Umbau-Set, dann das abgenommene Display und die bisherige Technik. Anschliessend das weitgehend leere Gehäuse, bevor die neue Elektronik ihren Platz bekommt. So viel freie Fläche sieht man in einem iMac auch nicht alle Tage. 😉

    Geöffneter iMac mit alter Elektronik und daneben abgelegtem Display.
    Das Display ist abgenommen, die bisherige Technik liegt frei.
    Weitgehend leeres iMac-Gehäuse neben dem abgenommenen Display.
    Platz für die neue Aufgabe.
    Geöffneter iMac mit eingebauter Elektronik, Netzteil, Lautsprechern und Lüfter.
    Die neue Elektronik sitzt im Gehäuse.

    Neue Technik, vertraute Optik

    Beim Umbau bleiben neben dem 5K-Display auch die originalen Lautsprecher und der Lüfter im Einsatz. Dazu kommen Anschlüsse für USB-C, HDMI und DisplayPort. Über USB-C lässt sich ein angeschlossenes MacBook zudem mit bis zu 65 Watt laden. So bekommt mein iMac neue Anschlussmöglichkeiten und behält gleichzeitig einiges von seiner ursprünglichen Ausstattung.

    Auf meinen Bildern sieht man den Unterschied zwischen vorher und nachher vor allem im Inneren. Von aussen bleibt es der vertraute iMac. Nur arbeitet er jetzt als Bildschirm neben dem MacBook weiter.

    iMac-Display in Betrieb neben einem geöffneten MacBook auf dem Arbeitstisch.
    Der Bildschirm läuft am MacBook.

    Mein Fazit

    Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Die mitgelieferten Materialien, die sehr gute Anleitung und der freundliche Kontakt mit Retina Reborn haben für mich gepasst. Besonders freut mich, dass ich meinem iMac auf diese Weise ein zweites Leben einhauchen konnte.

    Für mich war es ein gelungenes kleines Sonntagsprojekt. Und jedes Mal, wenn ich den Bildschirm nutze, steckt da auch ein bisschen Freude darüber drin, den Umbau selbst geschafft zu haben.

    Habt ihr auch noch einen älteren iMac zu Hause, dessen Display eigentlich viel zu schade zum Ausmustern ist?

  • Donut Selfie – der etwas andere Erinnerungsfilm

    Donut Selfie – der etwas andere Erinnerungsfilm

    Seit „Selfie“ im Jahr 2002  das erste Mal im Internet (Wikipedia) erwähnt wurden, hat diese Art der Smartphone-Fotografie die Welt im Sturm eingenommen. 2013 wurde „Selfie“  vom Oxford English Dictionary zum „Wort des Jahres 2013“ erklärt.

    2014 kam dann Karen X. Cheng auf die Idee ein Video-Pendent zu schaffen und stellte einen ersten Film auf YouTube. Aufgrund des grossen öffentlichen Interesses, stellte sie dann noch Tutorial Videos zur Verfügung und Beats by Dr. Dre wurde auf sie aufmerksam. Die ganze Geschichte lest ihr auf http://donutselfie.com

    Wie man einen Donut-Selfie-Film erstellt

    (mehr …)

  • How-To: Instagram Video einbinden

    Seit gestern können mit Instagram auch Videos aufgenommen werden. Was dem Vine-Konkurrenten bis jetzt aber fehlt ist die Möglichkeit Videos schnell und einfach in Websites und Blogs zu integrieren.

    Mashable hat dazu einen nicht ganz einfachen Fix und den Einsatz des WordPress Plugins Embedly vorgestellt.

    Embedly ist gratis, damit man es auf seinem Blog benutzen kann muss man erst einen Benutzeraccount auf http://embed.ly/ erstellen, das Plugin installieren und den API-Key hinterlegen. Sobald dies gemacht ist, erscheint in eurem WYSIWYG-Editor in WordPress ein kleines blaues Embed.ly Icon. Dort kann dann die URL des Instagram-Videos eingegeben werden. Die URL eures Videos findet ihr am einfachsten via «Fotoseite» auf http://instagram.com/ raus.

    Das sieht dann so aus:

    Embedly Powered